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Augen, die ganze Bibliotheken sprechen lassen

14. Januar 2011

Sie wird mich nie mehr mit ihren klugen brauen Augen anschauen. In diesen Augen war das Wissen der Evolution zu erkennen, als das Tier noch ohne Domestizierung durch den Menschen die Welt bevölkerte und nur dem eigenen Instinkt Gehör schuldete.

Cira, meine Dobermann-Dame, starb am 7.1. um 23:05 Uhr. Sie fehlt mir ungemein.

Mir fehlt das festgelegte Ritual des Gassigehens, die Zeiten, die von ihr, aber auch manchmal von mir erkämpft werden mussten. Cira konnte schon ganz schön penetrant sein, wenn sie ihren Kopf durchsetzen wollte, sie war nicht umsonst eine Alpha-Hündin. Ihre Dominanz war sprichwörtlich, besonders auch, wenn es ums Schmusen ging. Es gab immer wieder Situationen, wo sie mir fast auf dem Schoß saß mit ihrem ganzen Gewicht und da werden 45 Kilo ganz schnell zu Zentnergewichten.

Sie liebte es, wenn ich ihre Zunge kraulte, sie konnte dabei gar nicht genug bekommen.

Immer wieder ertappe ich mich jetzt, dass ich an etwas denke oder etwas machen will und sofort kommen kleinste Situationen in den Kopf, wo ich zum Beispiel Rücksicht auf Cira nehmen musste oder ihr durch Stimme und Zeichen deutlich machte, dass sie nicht gemeint war. Unser gemeinsames Leben war Zusammenleben, auch wenn sie mal genervt hat oder ich sie.

Viel in meinem Denken und Handeln war von Cira geprägt, sie war Leben pur und dadurch auch gefährdet. Wenn wir spazieren gingen und ich sie an passender Stelle von der Leine ließ, war mein Augenmerk stets auf ihre Sicherheit ausgerichtet, weshalb wir auch viel Nachts unterwegs waren, da zu diesen Zeitpunkten nur sehr wenige Idioten unseren Weg kreuzten, und die hatten meist Manschetten und machten einen Bogen um uns.

Cira hat mein Leben in den letzten achteinhalb Jahren geprägt, ich werde sie nie vergessen

 

Cira

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6 Kommentare leave one →
  1. 14. Januar 2011 20:45

    Oh, das tut mir so leid. Ich weiß, wie es ist wenn man jemanden durch Tod verliert. Egal ob einen Mensch oder ein Tier, der Schmerz ist riesengroß und niemand kann ihn einem abnehmen.
    Behalte sie gut in Erinnerung und sag Zu Dir selbst, dass es ihr dort, wo sie jetzt ist, gut geht…das hilft manchmal schon. Trauere und lass ruhig Tränen fließen, das hilft, denn unterdrückter Kummer kann krank machen.
    Ich weiß, das ist jetzt kein großer Trost für Dich, aber eine Ermutigung für Dich auch ohne sie weiter zumachen.

    „MACHS GUT CIRA,DU HATTEST MINDESTENS EINEM MENSCHELEBEN SINN GEGEBEN, VIEL GLÜCK AUF DEINEM LETZTEN WEG“

    LG Martina

  2. 14. Januar 2011 22:49

    Ja, ich weiss wie es ist… Habe den ersten Kater der hier an diesem Ort wo ich wohne mit mir lebte, im 8. Jahr auf die gleiche Art loslassen müssen… Er hatte Krebs.
    Obwohl ich wieder zwei Katzen habe, lebt er immer noch irgendwie mit. Seine Gewohnheiten in den beiden anderen, oder die Unterschiede, immer wieder werde ich daran erinnert. Und seine ganz eigene Art, den Kopf schräg zu legen und mich anzusehen, die vermisse ich heute noch manchmal.
    Deine Cira hat nicht nur Deinem Leben Sinn gegeben, sondern Du hast ihr auch gute Jahre geschenkt. Es ist ja immer auch eine Sache der Gegenseitigkeit.
    Du hast es schön beschrieben – mit dem Zusammenleben – das ist es auch bei uns, und da ist so viel zu erkennen für den Menschen, das stimmt.

    Ich wünsche Dir die Kraft über den Verlust in der Realität hinweg- und weiter zu kommen.

  3. 16. Januar 2011 06:33

    sign me up

  4. günter beyer permalink
    23. Januar 2011 00:53

    Hi, Gerd

    habe durch zufall diesen Beitrag gelesen.
    Ich kann dir sehr nachfühlen, wie das ist, seinen besten Freund zu verlieren.
    Ich durfte Cira ja noch kennen lernen bei meinem letzten Besuch bei dir.

    Aber wie sagt man so schön?!
    Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist!

    Gruß

    Günter

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