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Nachtgedanken Nr.5

9. August 2010

Tagtäglich stoßen wir in den unendlichen Weiten des Internet auf Ungerechtigkeit, es wird uns bis ins letzte Detail übermittelt. Sogar die Namen und auch oft noch viel mehr sind bekannt. Was der Mensch dem Menschen antut, ist oft so unglaublich, dass wir uns am liebsten abwenden würden und gar nicht hinschauen möchten und doch tun wir es.

Und fast alle Namen von Mächtigen werden immer und immer wieder hervorgeholt und durchgehechelt. Wer sich interessiert, kennt seine Pappenheimer, der große Rest würde nicht mal hinhören, selbst wenn er mit einer MP gezwungen würde. Was nützt es also, immer nur auf die ‘Bösewichter’ zu zeigen, wenn auch nicht gleichzeitig wirkliche Alternativen aufgezeigt werden, wie wir diese ‘Bösewichter’ wirklich loswerden, um uns einer wirklich humanen Gesellschaft zuzuwenden. Nur behaupte ich jetzt, solche Utopien sind was für selbstverliebte Schwärmer.

Als der Urmensch noch durch die Savanne hüpfte und mit seinem Speer auf die Jagd ging, dachte dieser Mensch erst mal gar nicht daran, dass ihm ein anderer seine Jagd streitig machen könnte, bis er auf ein traf, der einen Kopf größer war und die dickere Keule hatte. War der Jäger dann schlau, teilte er seine Beute mit dem Stärkeren, war er es nicht, konnte es vorkommen, dass der Stärkere ihn totschlug und die Beute so für sich hatte.

Dass ging solange, bis ein noch größerer Schlaukopf kam und irgendwas von einem Gott faselte. Dieser Schlaukopf musste noch nicht einmal dickere Muskeln haben, was er brauchte, war Überzeugungskraft. Meist konnte er gut reden. Aber er konnte auch gut organisieren. Wir müssen uns aber immer noch vor Augen halten, dies war die Urzeit. Die damaligen Menschen lebten wohl in kleinen Gruppen zusammen, aber von größeren Siedlungen war man noch Meilenweit entfernt. Erst der Schlaukopf war in der Lage, daran etwas zu ändern. Aus den kleinen Gruppen wurden Stämme, die sich über die Jahrhunderte vermehrten und ausbreiteten. Und schon damals galt: “Es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt”, auch wenn dieser Spruch erst sehr, sehr viel später entstand.

Aus den Stämmen wurden Völker, die sich aber immer noch wie die Affen auf den Bäumen benahmen; der Stärkere und Schlauere überlebt und herrscht. Und genau dieser nahm sich zuerst von der Beute. Und jeder kannte ihn, kannte auch seine Schwächen, aber die Angst verhinderte zum größten Teil, dass er angegriffen wurde. Und Angst hatte der Mensch schon sehr frühzeitig gelernt. Angst vor Feuer, Angst vor Wasser, vor Kälte und vor Hitze. Und die Angst vor Raubtieren war ihm quasi angeboren. Als er nun die Angst vor anderen Menschen lernte, lernte er dabei auch die endgültige Lektion zum Leben und überleben.

Aber er lernte auch, dass Angst zu überwinden war. Und er lernte, dass Gemeinschaft ein starkes Bollwerk sein kann. Nur so sind eigentlich die unendliche Kriege der letzten 5000 Jahre zu erklären, obwohl es davor auch nicht viel besser war, es war halt nur ein kleinerer Maßstab. In den letzten 5000 Jahren mit Beginn einer wie auch immer gearteten Zivilisation wurden Weltreiche gebaut und wieder zerschlagen. Es bildeten sich Eliten von Menschen, die meisten waren wirklich schlau, nur wenige hatten die dickeren Muskeln. Nur die dicken Muskeln konnten sich meist im Endeffekt dann doch nicht auf Dauer durchsetzen, denn die Schlaueren konnte andere davon überzeugen, die dicken Muskeln abzuschlachten.

Wenn wir uns heute fragen, warum zum Beispiel in einem Land wie Deutschland nicht jeder sein eigenes Haus hat, so ist das ganz einfach erklärt; die Schlaueren waren auch oft genug die Grausameren und raubten sich das Land, dass ihnen gefiel, zusammen. Und für Grausamkeiten braucht man keine dicken Muskeln, sondern nur ein entsprechend abartiges Hirn.

Dieses Rauben und Morden geht bis in die jüngste Geschichte, Stichwort Irak und Afghanistan. Daran gibt es nichts zu beschönigen. Krieg ist Raub und Mord und durch nichts zu rechtfertigen, auch wenn dass irgendwelche Schwachköpfe uns immer wieder einreden wollen. Aber die denken dann nur, sie wären schlau.

Die wirklich Schlauen werden sich nie wirklich die Hände im wahrsten Sinne des Wortes schmutzig machen, denn zu 99,9% sind sie auch Feiglinge. Und Fairness war noch nie ein bevorzugtes Wort von Feiglingen. Die wirklich Schlauen konnte und kann man nur besiegen, wenn man so denken lernt wie sie. Und dass wiederum kann zu 99,9% die Menschheit dann auch nicht.

Ich kann jetzt kein Fazit ziehen, sondern nur anregen, sich dass alles mal durch den Kopf gehen zu lassen. Wir alle sind eine Gemeinschaft, die sogenannten Eliten haben sich schon vor langer Zeit aus dieser Gemeinschaft entfernt. Aber nur weil sie sich Schutz kaufen können, sind sie nicht gefeit gegen Gefahren. Und der Mensch war schon immer des Menschen größter Feind. Wenn die Friedlichen und Zahmen sich irgendwann wieder zusammenschließen, dann werden zum größten Teil wieder die Raubtiere freigesetzt, die über die Jahrhunderte als gezähmt galten. All das ist zu bedenken.

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One Comment leave one →
  1. kerstin witt permalink
    10. August 2010 22:40

    also, lieber Alter Knacker,
    dieser Vergleich mit den Tieren – egal, ob Affen oder Raubtiere – hinkt meiner Meinung nach. In der Tierwelt – das Tier Mensch einmal ausgenommen – ist immer das Tier mit dem besten Sozialverhalten das Alphatier. So wird es sicher auch bei den Urmenschen gewesen sein und von denen haben wir uns ziemlich übel fortentwickelt, wie du es so drastisch und anschaulich beschreibst. Eine Religion hatten die Frühmenschen sobald sie das Feuer entdeckten, am Anfang war das Feuer, sie haben sich einen Feuergott geschaffen, weil sie Angst vor dem Feuer hatten.
    Hoffentlich geht es dir gut und dem Hund auch und ich sende Euch ganz liebe Grüße

    gigaoscar – 2fat

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