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Geiz ist bei der Nahrung niemals ein guter Ratgeber

9. August 2010

Die “Geiz-ist-Geil-Generation” wird umdenken müssen, besonders was Lebensmittel angeht.

Ich kann wohl den Aufschrei schon hören, aber ich bleibe bei dieser Aussage, denn Nahrung und Lebensmittel sind die Grundbedürfnisse des Menschen. Diese Grundbedürfnisse müssen aber auch in ausreichender und qualitativ guter Form vorhanden sein. Die Nahrungsmittel-Industrie hat aber gerade heute im Zusammenspiel mit Chemie vielfältige Möglichkeiten, dem Verbraucher Dinge vorzugaukeln, die so von der Natur niemals vorgesehen waren. Stichwort Klebefleisch und Analogkäse.

Unser Land hat eine große Lebensmitteltradition, nicht so groß wie Frankreich vielleicht, aber dennoch groß genug. Allein wenn ich an die große Brotauswahl denke, die natürlich auch regional bedingt ist, dann komm ich mir oft genug wie im Schlaraffenland vor. Für Reisende durch Deutschland ein echtes Paradies. Nur jetzt stirbt der Bäcker um die Ecke ganz allmählich aus, Backfabriken übernehmen immer mehr und zwar auf Kosten der Qualität. Und dabei geht es noch nicht einmal um die berühmten Frühstücksbrötchen, die aus der Fabrik wie Gummi schmecken, nein, hier geht es um die verschiedenen Brotsorten, die zum Teil verschwinden und zum anderen Teil einfach nicht mehr schmecken, weil Industriefertigung niemals eine solche Individualität zulässt.

Und so geht es mit Fleisch und Wurst weiter. Wer nur noch billig einkaufen will, bekommt halt keine Qualität mehr, die Industrie wird das niemals leisten, geschweige denn die Vielfalt. Aber wir als Verbraucher haben an dieser Entwicklung auch ein groß Teil Schuld, denn wir beschleunigen diesen Prozess. Der Bio-Hype spricht da eine eigene Sprache. Nur auch hier wird schon getrickst, wo es nur geht. Wenn es um neue Einnahmequellen geht, war die Nahrungsmittelindustrie noch nie besonders zimperlich. Nur wenn wir nicht bereit sind, wieder etwas mehr Geld für unsere täglichen Lebensmittel auszugeben, dann steuern wir unweigerlich auf Zustände zu, die man schon jetzt in einem Film wie Soylent Green aus dem Jahr 1973 besichtigen kann. Aber diesen Albtraum wünsche ich nicht mal meinem schlimmsten Feind.

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One Comment leave one →
  1. kerstin witt permalink
    10. August 2010 22:45

    ich stimme voll mit dir überein – mensch, bei uns um die Ecke ist ein alter Bäckereibetrieb eingegangen und der italienische Gemüseladen daneben auch und ein kleiner Kiosk mußte ebenfalls dran glauben. ich esse ja leidenschaftlich gern und die Hasselmaus hat es mit dem Magen und kann nicht alles essen, deshalb achten wir schon auf leckeres gesundes Essen – ab und an Tütenfraß schadet aber auch nicht und es gibt ja auch die Möglichkeit, Tütengerichten mit frischem Gemüse, Käse und Eiern zu kombinieren. Ich habe grade heute frische Vollkornbrötchen mit Biokräuterquark und Birnen gegessen – lecker, was

    liebe Grüße

    gigaoscar

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