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Fehlleistungen

7. August 2010

Da wird in Hamburg eine Schulreform durch einen Bürgerentscheid gekippt und dabei wird so ganz nebenbei fast die politische Führerschaft der Hansestadt ins Abseits geschossen. Und Frau Schavan, ihres Zeichens Bundesbildungsministerin, applaudiert. Unsere Politfuzzys in Berlin sind wirklich gut drauf, dass sieht man ja auch an den neuesten Umfragewerten.

Bildung in Deutschland soll also in Zukunft von Rentnern und Quereinsteigern gerettet werden.

Hier in der Süddeutschen lesen

Dabei tönt die Nicht-Regierung ständig, Bildung ist wichtig für dieses Land, aber außer zu Lippenbekenntnissen ist sie nicht in der Lage, wirkliche und innovative Änderungen herbei zu führen. Der nächste Pisa-Test wird wieder katastrophal ausfallen, wenn diese vertrocknete Tante weiter das Bildungsministerium bevölkert. Bildung bedeutet in diesem Land, alles für die ‘Elite’ und nach uns die Sintflut. Alles für die Wirtschaft und nichts für die Bildung, so der Tenor, seit Helmut Kohl an die Macht kam.

Das Land der Dichter und Denker verkommt immer mehr zu einem Land der ‘Krämerseelen’. Noch nie gab es so viele Schulabbrecher. Wo die 68er noch verstärkt auf die Straße gingen, um auch für Bildung zu demonstrieren, wird heute eher aus der Spaßgesellschaft heraus protestiert. Die SMS hat das Schreiben von ganzen, verständlichen Sätzen abgelöst. Liest man z.B. in den Kommentaren von Zeitungen und Zeitschriften, kringeln sich die Fußzehen nach außen bei den ‘vilen’ Fehlern, welche man dort zu sehen bekommt. Der Fehler wird zum Feature deklariert.

Hier lesen

Bildung wird aber schon seit längerer Zeit fast ausschließlich im Zusammenhang mit der Wirtschaft gesehen und weniger mit einem freien und auch kritischen Geist. Das Resultat ist, die Jugend kann wohl bei jedem DSDS fast ausnahmslos auch die dämlichsten Texte auswendig singen, aber Sprache definiert sich allein nicht nur über Gesang. Natürlich ist nicht jeder zum Sprachakrobat geboren wie unsere Schriftsteller, aber schon die Vermittlung dieser Sprache ist heute Schwerstarbeit. Wenn ein viertel unserer Schulabgänger heute nicht mal mehr in der Lage ist, den Anforderungen für eine Ausbildung zu entsprechen, dann hängt das in großem Maße auch an der fehlenden Motivation durch die Schule durch nichtmotivierende Ausbilder und Lehrer.

Mit ‘altem’ Denken wird sich an dieser Situation auch nichts ändern, für die nachfolgende Generation von Pädagogen aus der Fun-Generation wird es sehr schwer werden, wieder einen Standard zu erreichen, der das Prädikat ‘Weltklasse’ verdient.

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